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Ein Wessi auf Friedensfahrt


 

Der 4. Mai des Jahres 1952 ist ein sporthistorisch bedeutendes Datum. An diesem Tag geschah es, dass sich erstmals nach dem Krieg ein wahrhaft internationales Feld von Athleten wieder auf deutschem Boden maß: Über die „Brücke der Freundschaft“ rollten die Teilnehmer der V. Internationalen Friedensfahrt nach Görlitz, dann weiter nach Berlin und Leipzig. Die „Tour de France des Ostens“ wurde zur Drei-Länder-Fahrt zwischen Warschau, Ost-Berlin und Prag. Zu einem Dauerbrenner von Frühlingsmärchen, das – jedes Jahr im Mai – schier unglaubliche Zuschauermassen zu mobilisieren verstand. Zu einem Ereignis, das ein Karrierehöhepunkt für Amateurrennfahrer aus aller Welt war und auf das sich für viele Menschen noch immer einige ihrer schönsten Erinnerungen an eine Kindheit in der DDR kaprizieren. Erst mit der Wende wurde die Friedensfahrt in eine tiefe Identitätskrise gestützt, die sie letztlich nicht überleben sollte ... sodass sie nun keine Gelegenheit mehr hat, ihr Jubiläum selbst zu zelebrieren. Und so entschließt sich aus einer spontanen Laune heraus ein Hobby-fahrer aus dem Westen, dieses sagenumwobene Sportfest, das er selbst doch bisher nur aus sentimentalen Erzählungen kannte, auf seine Weise wiederzubeleben. Mit dem zum Packesel mutierten Rower, wie das Fahrrad in Polen heißt, wagt er sich auf die originale Friedensfahrt-Route von 1952. Sein Ziel: grenzenlosen Spaß mit praktischem Nachhilfeunterricht in Körperertüchtigung und Slawistik zu verweben.


Das Ergebnis: eine stürmische Reiseerzählung von einer Polka der Pedale, von Carboloading mit Pilsener und Piroggen, von viel Fahrt und ein bisschen Frieden. „Alles Rower? Ein Wessi auf Friedensfahrt“ (Covadonga Verlag, 2012, ISBN 978-3-936973-70-9) ist ab sofort überall im Buchhandel erhältlich. Oder unter www.covadonga.de/shop

 



662.gifAlbina ist da!


 


Jacques Faizant (1918‒2006) zählt zur Garde der großen französischen Humoristen. Bekannt war er vor allem als Karikaturist, dessen politische Zeichnungen fast vierzig Jahre lang Tag für Tag auf der Titelseite von Le Figaro erschienen. Darüber hinaus schrieb er mehrere Drehbücher und eine Reihe von ihm selbst illustrierte Romane. Seine große Leidenschaft jedoch, es ist aus jeder Zeile eines kleinen, bereits 1968 veröffentlichten Bands mit Erzählungen spürbar, gehörte dem Velo mit Rennlenker und Kettenschaltung. „Albina und das Fahrrad“ heißt das zeitlose Werk und liegt nun erstmals komplett in einer deutschen Übersetzung von Una Pfau vor (Covadonga Verlag 2011, ISBN 978-3-936973-66-2, EUR 12,80). In fünfunddreißig Geschichten voller Komik, Poesie und Leichtigkeit erzählt Jacques Faizant, der passionierte Randonneur mit dem Faible für ausgedehnte Reisen und die langen Strecken, von der Bekehrung einer amerikanischen Studentin zum Fahrradfahren. Von den schmerzhaften Lektionen, die sie zu lernen hat. Von den Abenteuern, die sie und andere Velo-Enthusiasten mit Autofahrern, Hoteliers und Werkstattbesitzern erleben, mit den Tücken der Technik, Gewichtsproblemen und Hungerästen. Und schließlich auch von Albinas großer Tour durch Frankreich und die Pyrenäen. Das alles liest sich dank Faizants feinen Humors, dank seines Gespürs für die Befindlichkeiten der Rad-wanderer und Hobbyradsportler wie eine Ode an das Fahrrad. Und an jene beneidenswerte Gemeinschaft, die auf ihm ihre schönsten Stunden verbringt.

 




Die wahren Radsporthelden:
Laktatexpress - Im Tal der Ortsschildsprinter

          
Absurde Trainingstheorien, gemeine Intrigen, triefender Tunnelblick und der allgegenwärtige Hungerast. Die Welt der Hobbyradsportler ist mindestens ebenso abgründig und reich an Geschichten wie die der Profis bei der Tour de France. Eine Radtouristik unter Freunden und der lang ersehnte Sieg über den Trainingskollegen an einer unbedeutenden Kuppe im Niemandsland können genauso viel Drama und Emotion bieten wie der Kampf ums Regenbogentrikot. Dieses Buch setzt all den wahren Helden des Radsports, die sich unbezahlt auf Landstraßen und Trails, bei verregneten Radmarathons oder hochsommerlichen Transalp-Abenteuern schinden, ihr überfälliges literarisches Denkmal.
IM TAL DER ORTSSCHILDSPRINTER, das ist ein Feuerwerk aus 53 aberwitzigen Geschichten von den Abenteuern einiger definitiv laktatsüchtiger Radfahrer irgendwo in Deutschland. Ein rotzfreches Manifest des Radsports, wie er wirklich ist. Mit unvergleichlichem, höchst treffsicherem Humor feiert und seziert Matt Gelpe diesen ganz normalen Wahnsinn auf zwei Rädern (und viel zu schmalen Sätteln), der sich allabendlich und bevorzugt am Wochenende mitten unter uns abspielt. Und liefert damit das ideale Geschenk für alle frischgebackenen und altgedienten Ritzelfüchse, die sich mit unkontrollierten Lachattacken auf ihre nächste Tour einstimmen möchten.

von Matt Gelpe
12,80 €
Klappenbroschur, 240 Seiten
ISBN 978-3-936973-57-0