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26. Juni - 5. Juli 2018 - Luxus-RTF durch die Pyrenäen: Im Spannungsfeld zwischen Etappensieg und Überlebenskampf

Bilder:
( 1 ) Entspannt: Monsieur le conducteur Martin vor seinem Gespann am Col de Peyresourde
( 2 ) Temporär: Nebel und Wolken hängen im Col de Burdincurucheta
( 3 ) Sakral: Dorfkirche Montory City
( 4 ) Sattgrün: Hügel der Pyrénées atlantiques
( 5 ) Glücklich: Kühe in Montory
( 6 ) Imposant: Traverse vom Col du Solour Richtung Col d'Aubisque
( 7 ) Profan: Religiös verbrämter Kommerz in Lourdes
( 8 ) Obligatorisch: Tourmalet Passstraße aus Richtung Luz-St. Saveur
( 9 ) Nie kapütt: Die 'olger in Bagnères-du-Luchon
(10) Voll süß: Hanni & Nannis Spielgruppe auf dem Col de Pailhères
(11) Voll gekackt: Col de Pailhères mit Blick Richtung Osten (links: Besen-Dacia der Rennleitung)
(12) Grand: Finales Hotel in den Pyrénées orientales

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Dienstag, fünf Uhr morgens. Ich sitze in einem Radreisebus auf dem langen Weg in den äußersten Südwesten Frankreichs. Um mich herum rund 25 Mitreisende; dominierende Altersklasse ist 'Senioren 4'. Die Unterhaltung kreist um Ausdauerorgien à la Ötztaler oder Non-Stop-Alleinfahrten zum Gardasee. Andererseits sehen die Teilnehmer jeder X-beliebigen RTF auch nicht anders aus. So ähnlich fing es vor drei Jahren auch an, vgl.:

http://www.laktatexpress.de/posts/3-12-august-2015-kaffeefahrt-die-pyrenaeen


Also Pyrenäen-Tour mit Launer reloaded?

Nee, denn trotz vielfacher Kritik hält Herr Launer bis heute an der unattraktiven Streckenführung über Andorra fest. Aus diesem Grund steht auf dem Bus nun 'Chr. Margreiter', und am Steuer sitzt kein gemütlicher Schwabe, sondern ein hochdeutsch sprechender Sunnyboy mit Cowboyhut. Kategorie: Wenn Du mit dem Streit bekommst, liegt's eindeutig an Dir. Geleitet wird die Reise von Bundeswehr-Veteran Rudl (nicht: Rudi, darauf legt man Wert). Kategorie: Wir zwei bekommen bestimmt noch mal Streit.  

Nach der Zwischenübernachtung in einem frecherweise als "Grand Hotel" bezeichneten Etablissement im Gewerbegebiet bei 
Nîmes geht es weiter zum Startort, der Kleinstadt St.-Pée-sur-Nivelle, nahe der Atlantikküste und der Grenze zu Spanien. Eigentlich war für heute ja noch eine kurze Runde mit dem Rad geplant, aber wegen der zeitaufwendigen Aufnahme von per Flugzeug nach Toulouse angereisten Teilnehmern (Option gegen Aufpreis) bleiben nur noch rund zwei Stunden bis zum Abendessen – kann man schaffen, ist mir aber zu knapp, zumal das Wetter leicht regnerisch ist. (Es sei noch angemerkt, dass Randonneur Bernhard aus Berlin an der Verzögerung unbeteiligt ist, denn sein Flugzeug landete pünktlich.)

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1. Etappe – 124 km mit 2.846 Hm* von St.-Pée-sur-Nivelle nach Montory

Jeudi matin. Es ist immer noch regnerisch. Erst mal den Ball flach halten ist immer ein guter Rat, wemma' nicht weiß, wie's läuft. Also hänge ich mich an meine Busbekanntschft Robert, Sägewerkbesitzer aus Oberbayern, haupberuflich Kletterer. Der ist Margreiter Stammkunde und weiß, wie's läuft. So schaut's aus.

Zum Glück ist es nicht kalt. Lange fahren wir in Sichtweite hinter der Spitzengruppe (echt jetzt), aber nach dem ersten kleinen Col sind die weg und wir müssen mit der ausgedruckten Streckenbeschreibung (rückseitig: Kartenausschnitt) den Weg finden. Denn die bereit gestellten GPS Tracks hat keiner von uns beiden heruntergeladen, und die Tour basiert auf Selbstnavigation. (Böse Zungen behaupten, als Guide wäre die Reiseleitung ja schon rein physisch nicht geeignet.)

Es folgt mein Lieblingspass der fünften Kategorie (Izpegi) und nach dem Mittagessen noch was Anstrengendes. Leider zunächst im dichten Nebel – die Pyrenäenhänge sind wohl nicht ohne Grund so grün – aber nach der letzten Passhöhe ist klare Sicht. Landschaftlich hors catégorie!

Robert findet mein Tempo zu anstrengend und versucht, mich mit Holger zu verkuppeln. Der ist nach dem Start zunächst die für gestern vorgesehene Runde gefahren und hat jetzt aufgeschlossen. Er tritt gleichmäßig und redet nicht allzu viel. Gefällt mir!

Wie auch das Hotel in dem 300-Einwohner-Zieldorf Montory: Charmante Zimmereinrichtung, bodenständige Küche und eine Bar mit dreierlei Marken Pastis. Ich komme mit einem Fernfahrer ins Gespräch, der hin und wieder nach Velbert unterwegs ist. Zum Glück muss er zum Essen in den rustikalen Speisesaal, bevor mir die Vokabeln ausgehen.


Die Pässe en detail:
http://www.quaeldich.de/paesse/puerto-de-otxondo/
http://www.quaeldich.de/paesse/col-d-ispeguy/
http://www.quaeldich.de/paesse/col-de-burdincurucheta/
http://www.quaeldich.de/paesse/col-de-bagargui/

 

2. Etappe – 121 km mit 3.277 Hm* Rundtour via Izaba

Vendredi. Den Port de Larrau kenne ich noch nicht. Ist auch besser so. Landschaftlich attraktiv und nichts los, aber abschnittsweise ganz schön steil. (Von Norden nach Süden ist aber die "richtige" Orientierung.)

Nach dem vorgelagerten Col d'Erroymendi ist das Gröbste wohl vorbei. Eigentlich ist es eine Sünde, von den intensiv grünen, mit Schafen gesprenkelten Berghängen keine Fotos zu machen, aber da kommt gerade die Spitzengruppe in Sicht. Als ich mich bemerkbar mache, werden Allianzen gekündigt und die Schlagzahl erhöht.

Beim obi foahn ist die Spitzengruppe allerdings recht verhalten unterwegs. Nach der schönen Abfahrt und dem kleinen Buckel Alto Laza gibt's in der "Bar" in Izaba warmes Tortilla Bocadillo mit Cafe con Leche – zu einem Tarif, wo man sonst gerade mal den Kaffee bekommt. Y Viva España. 

Das Schwarzwaldkönigspaar "kommt später nach", da das Dorfbrunnenwasser noch mit Pülverchen aus verschämt hervorgezogenen Plastiktüten gepimpt werden muss. Der anschließende Anstieg zum Col de la Pierre St. Martin fällt mir schwer, da es inzwischen sonnig und ordentlich warm geworden ist. Die breite, kurvenarme Straße ist auch nicht so meins.

Doch die lange Abfahrt nach Arette entschädigt für alles. Die letzten Wellen zurück nach Montory tritt Holger noch mal voll durch, aber ich habe fertig. Trotzdem: Etappensieg!


Die Pässe en detail:
http://www.quaeldich.de/paesse/port-de-larrau/
http://www.quaeldich.de/paesse/alto-laza/
http://www.quaeldich.de/paesse/col-de-la-pierre-st-martin/

 


3. Etappe – 149 km mit  3.444 Hm* von Montory nach Lourdes

Samedi. Heute stehen die Tour de France Klassiker Col d’Aubisque und Col du Soulor auf dem Programm. Beide Pässe sind verbunden durch eine 10 km lange Traverse in der Bergflanke mit rund 150 bzw. 350 Hm Anstieg vom einen zum anderen.

Zuvor jedoch kann man sich optional ein Rule-#5-Aufwärmprogramm am Col de Marie Blanque geben (Westrampe von Escot aus). Dieses steile Luder mag ich eigentlich nicht, aber natürlich kann ich mein Gesicht nicht verlieren. (Immerhin ist die Abfahrt ganz nett.) Auf der Passhöhe verkündet die Rennleitung, dass die geplante Westauffahrt zum Col d’Aubisque wegen eines Erdrutsches gesperrt sei. Für mich ein Glücksfall, denn so müssen wir auf die Nordanfahrt direkt zum Col du Soulor ausweichen – diesen Abschnitt wollte ich schon immer mal fahren. Die D126 erweist sich als Volltreffer in puncto geringen Verkehrsaufkommens (trotz der ausgeschilderten Déviation) sowie Ambiente.

Oben angekommen fahren wir selbstredend zum Col d’Aubisque und wieder zurück – der Weg ist das Ziel. In der langen Abfahrt nach Argelès-Gazost kann man es dank einwandfreier Fahrbahn fliegen lassen – vorbei an zwei Kleinbussen mit Rennradgruppen in bunten Veranstalteruniformtrikots, die in der Nähe der Passhöhe ihre Rennräder eingeladen haben und sich jetzt ins Tal kutschieren lassen – bei Sonnenschein und trockener Fahrbahn. (Frag' mich nicht, keine Ahnung …)

Die letzten Kilometer nach Lourdes rollen wir über den separaten Radweg flussabwärts.  Unser Hotel ist ein moderner, sehr gut gepflegter Bau im Stadtzentrum. Dessen Ausstattung ist perfekt auf die beiden Zielgruppen ausgerichtet: Fahrradfahrer und Pilger – es gibt in der Tiefgarage mehrere Radabstellräume und neben der Rezeption einen Devotionalieneinzelhandel. (Nur eines scheißt mich an: Meine Chocolat chaud ist auf Wasserbasis und doppelt so teuer wie die handgemachte in der Bar in Montory.)


Die Pässe en detail:
http://www.quaeldich.de/paesse/col-de-marie-blanque/
http://www.quaeldich.de/paesse/col-d-aubisque/
http://www.quaeldich.de/paesse/col-du-soulor/



4. Etappe – 109 km mit 2.467 Hm* Rundtour über den Tourmalet

Dimanche. Heute steht wieder eine Rundtour auf dem Programm: Col du Tourmalet. Kenne ich schon, die Auffahrt ab Luz-St.-Saveur ist im oberen Teil sehr schön; unten ist die breite Straße aber nicht so toll. (Wobei die Ostauffahrt mir noch weniger attraktive erscheint – in der Abfahrt kann man den Blick von La Mongie, so einer Art Hochhaussiedlung für Skitouristen, wenigstens noch schnell abwenden.)

Der Höhepunkt für mich war die D26 zurück nach Lourdes: eine schmale, kaum befahrene Straße, die sich großteils oberhalb des Tals am Hang entlang windet. Wobei "kaum befahren" streng genommen heute nicht gilt, denn wir sind auf der Strecke des heute stattfindenden Cyclosportif Pyrénéen unterwegs.

Wenn ich die Margreiter-Reise noch mal buche (was ich mir gut vorstellen kann), werde ich aber den Tourmalet links liegen lassen und die Stichstraße Luz Ardiden erkunden. Diese hat der unermüdliche Holger heute auf eigene Faust noch zusätzlich eingebaut, das erschien mir aber zu anstrengend. Vielleicht ein Fehler.

Nur eine Fehlermeldung ergibt auch der Versuch, am Internetterminal des Hotels noch die GPS-Tracks für die restlichen Etappen auf meinen alten, aber in puncto Batterielaufzeit hervorragenden Edge200 zu laden: Die Tracks werden in einem Gesamtpaket bereit gestellt, welches rund 7MB (!) Datenvolumen hat – mein Gerät hat insgesamt 2MB Speicher. Na toll.

Die Pässe en detail:
http://www.quaeldich.de/paesse/col-du-tourmalet/



5. Etappe – 141 km mit 2.795 Hm* von Ste.-Marie-de-Campan nach St. Girons

Lundi. Um eine überlange Etappe zu vermeiden, ist heute morgen erst ein Bustransfer zum Fuße des Col d’Aspin angesagt, Also alle Räder in den Anhänger und alle Radfahrer in den Bus. Nun ja, fast alle. Holger fährt die gestrige Strecke bis Ste.-Marie retour.

Das Wetter ist zunächst etwas bedeckt, aber trocken. Die Auffahrt ist angenehm, aber wenig spektakulär. Interessant ist das schmale, aber übersichtliche Asphaltband, das sich den Hang hinunter nach Arreau windet.  Leider wieder nicht gefegt, und doch: Hors catégorie.

Es schließt sich der Col de Peyresourde an, den ich vor drei Jahren nur im Nebel gesehen habe. Die Auffahrt ist schön ruhig, die Abfahrt im oberen Teil attraktiv, nach der Abzweigung langweilig. Besuchenswert ist die Imbissbude auf der Passhöhe, wobei hier nicht von Fritten und Currywurst, sondern von Crèpes und Omelette die Rede ist. Ab Bagnères-de-Luchon kommt ein längeres Stück auf einer breiten Straße. Hier sollte man eine Gruppe bilden; alleine wird’s zäh. Wir sind zu fünft und fahren in zwei Gruppen: Erst zwei bis drei Radfahrer, dann ein halber bis anderthalb Meter Abstand (Länge schwankend), dann die restlichen Radfahrer. Ich sage dazu nichts, wofür ich mich bewundere.

Nach dem Verlassen der Hauptstraße wäre das Restaurant mit der vorbestellten Pasta gewesen, hier fahren wir aber (für meinen Teil unabsichtlich) vorbei. Es folgt der ruhige, gut rollende Col de Ares und sodann der Col de Portet d’Aspet. Von Westen aus ein streckenweise fieses Ding, zumal ich auf Reserve fahre. Irgendjemand behauptet, auf der Passhöhe stehe der Bus – angesichts der schmalen Straße schwer vorstellbar, aber ich möchte das jetzt glauben. Natürlich ist oben weit und breit kein Bus, aber immerhin ein Brunnen mit "eau potable", und Holger spendet mir ein PowerBar. Nun folgt nur noch die schöne Abfahrt, die sanft Richtung St. Girons ausläuft. Nun nur noch zu dritt (Andi, Holger et moi) läuft die Gruppe wie geschmiert.

Die etwas triste Kleinstadt St. Girons bekommt wohl vom "Conseil national des villes et villages fleuris" nicht mal einen Trostpunkt, aber unser Hotel selbst ist très charmant, mit antiken Möbeln und einem lauschigen Innenhof. Die Chocolat chaud ist wieder handgemacht mit Milch, der nahegelegene Obst- und Gemüsehandel ein Paradies voller Zwischenmahlzeiten – meine Welt ist in Ordnung.


Die Pässe en detail:
http://www.quaeldich.de/paesse/col-d-aspin/
http://www.quaeldich.de/paesse/col-de-peyresourde/
http://www.quaeldich.de/paesse/col-des-ares/
http://www.quaeldich.de/paesse/col-de-portet-d-aspet/



6. Etappe – 121 km mit 2.831 Hm* Rundtour über den Col d'Agnes

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Die Pässe en detail:
http://www.quaeldich.de/paesse/col-de-latrape/
http://www.quaeldich.de/paesse/col-d-agnes/
http://www.quaeldich.de/paesse/col-du-saraille/
http://www.quaeldich.de/paesse/col-de-catchaudegue-pass/
http://www.quaeldich.de/paesse/col-de-portet/



7. Etappe – 96 km mit 2.858 Hm* von Ax-les-Thermes nach Molitg-les-Baines

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Die Pässe en detail:
http://www.quaeldich.de/paesse/col-de-pailheres/
http://www.quaeldich.de/paesse/col-de-jau/

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Fazit:

Executive summary: Launer ist gut, Margreiter ist besser. Für den, der auf Guides verzichten kann, ist Margreiter die bessere Wahl.

  • Routenwahl: In diesem (für mich wichtigsten) Punkt ist Launer deutlich unterlegen. Bei Margreiter ist klar erkennbar, dass man die Routen sehr sorgfältig unter Berücksichtigung von Verkehrsaufkommen und Landschaftserlebnis optimiert hat. Für mich ist es auch ein eindeutiger Pluspunkt, dass Margreiter auf eine Ankunft unmittelbar am Mittelmer verzichtet.

  • Konditioneller Anspruch: Vorbehaltlich genauerer Analyse scheinen die Etappen bei Launer konditionell anspruchsvoller gewesen zu sein. (Hinweis: Die von mir genannten Höhenmeterwerte habe ich 2018 wie 2015 mit dem gleichen Gerät ermittelt; d.h. sie mögen ungenau sein, sollten aber vergleichbar sein.) Ich habe aber den Eindruck, dass die Katalogangaben hinsichtlich der Höhenmeter bei Margreiter untertrieben und bei Launer übertrieben sind. Allerdings kommt bei Margreiter der Umstand hinzu, dass man, wenn man an einer Gruppe "dran bleiben" will, eben ein fremdbestimmtes Tempo fahren muss.

  • Stressfaktoren: Wohltuend fand ich bei Margreiter, dass man meist nur alle zwei Tage in ein anderes Hotel umziehen musste. Genervt war ich allerdings teils von der Unsitte, schon vor den ausgerufenen Zeiten Hektik zu verbreiten. (Als mir ein paar übereifrige Teilnehmer die Radanhänger-Palette unter der Nase wegtragen wollte, während ich noch mein Rad befestigte, war ich kurz davor, laut zu werden.) Frühstück um 7:00 h kann ich bei langen Etappen mit Bustransfer akzeptieren, ansonsten nicht. Auch in Aktivurlaub steckt "Urlaub"!

  • Verpflegung auf der Strecke: Hier ist Launer klar besser: Sporternährungsprodukte (Getränkepulver, Riegel, Gels etc.) werden in haushaltsüblichen Mengen ohne Berechnung zur Verfügung gestellt. (Das macht den Sparfuchs froh; für mich ist es schlicht ein Punkt weniger, um den ich mich selber kümmern muss.) Zudem zauberte der Launer-Busfahrer gegen geringes Entgelt an den meisten Tagen für eine Handvoll Dollar ein erstklassiges Buffet (was natürlich nur in Kombination mit halbwegs geschlossen eintreffenden Gruppen funktioniert). Bei Margreiter gibt es Wasser und ganz taugliche Limonaden in kleinen Plastikflaschen gegen günstiges Entgelt (Strichliste). Der Umstand, dass sich die Zeitabstände der Radfahrer über die gesamte Etappe kumulieren, wird durch Einsatz eines zweiten Kfz recht gut kompensiert, kommt aber manchmal an seine Grenzen.

  • Frühstück & Abendessen: Keine Klagen. In Frankreich gibt's abends fast immer ein 3 bis 4 Gänge Menü. Vegetarier werden routiniert artgerecht gehalten, auch auf Randgruppen wie Laktose- und Glutenallergiker scheint man inzwischen eingestellt.

  • Unterbringung: Für mich nicht der wichtigste Punkt, weiß ich ein schönes Hotel durchaus zu schätzen (wobei Ambiente für mich mehr zählt als die Größe des Fernsehbildschirmes oder Einrichtungen wie Schwimmbad oder Spa – kann man ja meist sowieso mangels Zeit nicht nutzen. Hier war ich bei beiden Anbietern grundsätzlich zufrieden, einzelne hochgezogene Augenbrauen gab es hier wie dort, häufig aber Unterkünfte, in denen ich mir auch einen längeren Aufenthalt vorstellen könnte. Gefühlt hat Margreiter hier etwas die Nase vorn.

  • Navigation: Hier besteht der größte Unterschied: Bei Launer gab's zwei geführte Gruppen (differenziert nach Leistungsvermögen) mit jeweils einem Rad fahrenden Guide. Bei Margreiter muss man den Weg selbst finden. Hierfür werden GPS Tracks zur Verfügung gestellt (allerdings nur im 7MB großen Komplettpaket) sowie für jeden Tag eine ausgedruckte Streckenbeschreibung mit Abbiegehinweisen etc., welche umseitig den relevanten Kartenausschnitt mit der markierten Route zeigt. Funktioniert grundsätzlich gut, jedoch muss man doch ab und zu anhalten und nachschauen, was insbesondere bei Regenwetter wohl lästig würde. In einzelnen Fällen haben sich Teilnehmer verfahren.

  • Selbstverwirklichung: Konzeptionell bedingt kann man bei Margreiter eher seinen Stiefel fahren, muss sich aber um Gruppenanschluss (wenn gewünscht) selbst kümmern. Wer zurück bleibt, bleibt zurück: Im Pannenfall kann man sicher auf Unterstützung der Reiseleitung bauen, aber es gibt keine Garantie, dass man nicht alleine durch die Landschaft tingeln muss. Andererseits heißt es bei Launer zwanglsläufig, nach jeder Auffahrt und Abfahrt auf die jeweilige Gruppe zu warten – sowie manche Passagen im Grupetto zu fahren. Und dann bestimmt der Langsamste das Tempo...

  • Komfort An-/Abreise: Hier wie dort keine Klagen. Mangels Anhänger und Umweg über einen Flughafen ging es bei Launer etwas flotter, dafür wurde Zeit für touristischen Heckmeck vertrödelt. In beiden Fällen gibt es eine Bordtoilette sowie gekühlte Getränke zu günstigen Tarifen. (Die Strichliste wird am Ende der Rückfahrt abgerechnet, also Bargeld bereit halten.)

  • Fahrradtransport: Auf unterschiedliche Weise bei beiden gut gelöst. Bei Margreiter Anhänger mit Paletten, wo das ausgebaute Vorderrad sowie der Rest an der Gabel mit einem Schnellspanner in eine Halterung montiert wird. Funktioniert mit traditionellen Ausfalleneden gut, wenn die Schnellspanner sorgfältig und fest fixiert werden. (Achtung: Adapterlösung für Steckachse erforderlich!) Bei Launer wurden die kompletten Fahrräder in Schienen gestellt und zwischen Polstern sicher fixiert (noch besser).

  • Ausgaben: Hier kann ich keine wesentlichen Unterschiede erkennen: Reisepreise sind fast gleich, Abendessen ist bei beiden inklusive (kann sein, dass bei Launer das ausnahmsweise mal nicht galt, ich erinnere mich nicht).

Weitere mir bekannte, aber in puncto Pyrenäen (noch) nicht ausprobierte Anbieter: Quaeldich (mehrere geführte Gruppen, Selbstorganisation von An-/Abreise, Touren in anderen Regionen getestet und für gut befunden), Canigou Cycling (Selbstnavigation, Selbstorganisation von An-/Abreise, keine Erfahrung).

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Fußnoten:
*) Alle Höhenmeter Angaben errechnet auf Basis des selbst aufgezeichneten GPS-Track und Kartendaten. D.h. Keine barometrische Messung, sondern automatische Berechnung durch Garmin Connect Online-Applikation. Werte selbstredend für die von mir konkret gewählte Variante; manchmal waren leichtere Alternativen im Angebot.
Posted by Reverend on 09.07.2018 - 19:36
RR - Locker und flach

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