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3.-12. August 2015 - Kaffeefahrt in die Pyrenäen

Bilder (by courtesy of Kamerakinder Theo, Gerhard & Lutz):
( 1 ) Atlantikküste bei Biarritz
( 2 ) Das obligatorische Gruppenfoto: Start in St.-Pée-sur-Nivelle**
( 3 ) Margreth ist fast immer vor ihm oben: Gerhard gibt erst abends richtig Gas
( 4 ) Tête de la course mit Chefreiseleiter Christian, Team Austria et moi (zu Beginn der Auffahrt zum Col de la Pierre St. Martin)
( 5 ) Busfahrer Bernd (2. von links) bittet zu Tisch
( 6 ) Buffet kurz vor der Eröffnung
( 7 ) Sieht harmlos aus, ist aber ein echtes Luder: Marie Blanque
( 8 ) Übernachtung mit Stil: Hotel in Eaux-Bonnes
( 9 ) Net soo schlecht: Aussicht vom Aubisque
(10) "Über den Wolken ..." - Startbahn Richtung Col de Soulor
(11) Blick zurück auf die Westrampe des Tourmalet
(12) Aussicht vom Col d' Azet
(13) "Unser Dorf soll schöner werden", kann aber nicht - trotz properer Rasenfläche zero points für Baqueira
(14) Auch mit Gravel Racer gut zu fahren: Westrampe Bonaigua Pass
(15) ... und Port del Cantó
(16) "Allez les bleus" - Klaus und ich erreichen die höchste Tankstellenansammlung der Pyrenäen
(17) Lass' laufen: Freie Sicht in der Abfahrt vom Col de Pailhères
(18) Nichts für Gravel Racer: Serpetinen am Pailhères
(19) A la plage: Manche geben sich zwei Wochen, mir sind zwei Stunden schon zu viel

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Auf was habe ich mich hier nur eingelassen: Ich sitze in einem Radreisebus (im Innenraum vorne Bestuhlung, nach der hinteren Tür Fahrradhalterungen) auf dem langen Weg in den äußersten Südwesten Frankreichs. Um mich herum gut 20 Mitreisende; dominierende Altersklasse ist 'Senioren 3'. Die Unterhaltung kreist um Ausdauerorgien à la Ötztaler oder Non-Stop-Alleinfahrten zum Gardasee. Andererseits sehen die Teilnehmer jeder X-beliebigen RTF auch nicht anders aus. Ich schwanke zwischen Ehrfurcht vor den teils ausdauergestählten, glattrasierten Waden und Zweifeln, ob am Ende der sechseinhalb Etappen vom Atlantik zum Mittelmeer wirklich die ausgeschriebenen rund 20.000 Höhenmeter und 800 km auf der Uhr stehen werden.

Nach der Zwischenübernachtung in Vichy geht es weiter zum Badeort Biarritz vor der spanischen Grenze. Ich hätte mich ja gerne gleich im Hinterland auf mein Fahrrad gesetzt 
 aber die Touristikfachwirte, die solche Touren konzipieren, müssen ja immer spektakuläre Start- und Zielorte einbauen. Einfach eine schöne Strecke, die irgendwo beginnt und irgendwo endet, verkauft sich wohl nicht. Also Sightseeing statt Prolog. Sodann Abendessen und Übernachtung irgendwo im spanischen Hinterland in einem modernen Kettenhotel im Gewerbegebiet.

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1. Etappe – 147 km mit 3.280 Hm* nach Izaba (Spanien)

Endlich – nach einem erneuten Bustransfer werden die Räder ausgeladen und es geht los. Nach einer welligen Anfahrt erreichen wir einen schönen kleinen Pass. Der Izpegi mit 690 m s.l.m. wird es zwar nie in die Hors Categorie schaffen; die schmale, kurvige, verkehrsarme Straße ist aber insbesondere bergab mein Höhepunkt des Tages.

Der 800-Hm-Anstieg zum Puerto de Ibaneta dagegen ist unspektakulär, auf der eher breiten Straße ist aber zumindest wenig Verkehr. Die Attacke von Youngster Florian (Senioren 1) kann ich abwehren – das ist bei der Hitze zwar anstrengend, aber ich will ja die nächsten Tage meine Ruhe.

Schön ist noch mal die Abfahrt vom Alto Laza hinunter nach Isaba. Die Austria Bros. Hubert und Franz fahren so, "dass die Köttn immer g'spannt is". Vor dem Ortseingang erwischt mich ein Krampf in der Wade, aber ich kann zum Glück ab hier einen auf rücksichtsvoller Verkehrsteilnehmer machen und durch den aparten Ort zum Hotel rollen.

Die wesentlichen Pässe en detail:
http://www.quaeldich.de/paesse/col-d-ispeguy/
http://www.quaeldich.de/paesse/puerto-de-ibaneta/
http://www.quaeldich.de/paesse/alto-laza/

 

2. Etappe – 101 km mit 2.535 Hm* nach Eaux-Bonnes (Frankreich)

Heute geht es über eine ruhige Straße durchs Tal Richtung Col de la Pierre St. Martin. Ein empfehlenswerter Pass mit moderater Steigung, recht breiter, einwandfreier Fahrbahn, wenig befahren, insbesondere im oberen Teil landschaftlich attraktiv. Die kurvige, lang auslaufende Abfahrt hinunter nach Arreau macht ebenso Spaß. Leider hängen im Mittelteil Wolken und die Fahrbahn ist feucht.

Im Ort machen wir eine Pause im Café. Leider habe ich meine Tarte aux pommes bereits bestellt, als ich bemerke, dass man hier eine besondere Delikatesse serviert: Frittenbaguette. (Das Rezept ist ganz einfach: Ein frisches Baquette einseitig längs aufschneiden, nicht zu dünn mit Butter bestreichen und mit längs ausgerichteten Pommes frites füllen – fertig ist die leichte Zwischenmahlzeit.)

Andererseits muss sich Maître Bernd (der hauptberuflich den begleitenden Launer Reisebus steuert) nicht vor der heimischen Gastronomie verstecken. Wie gestern bereitet er für uns zu Mittag ein Pique Nique, das selbst die in dieser Disziplin weltweit führenden Franzosen neidisch machen könnte.

Am Nachmittag steht der idyllische, nur von ein paar Ausflüglern befahrene Col de Marie Blanque auf dem Programm. Hinauf wie hinunter absolut empfehlenswert – nur hätte ich für die recht steile Westrampe doch besser die 28er Ritzelkassette montieren sollen. Immerhin ist mir – wohl dank der respekteinflößenden Beschreibung des Anstiegs durch Guide Christian - keiner gefolgt, so dass ich ohne Zeugen Schlangenlinien fahren kann.

Die restliche Strecke fahren wir im Gruppetto über verwinkelte Nebenstraßen. Der Zielort Eaux-Bonnes – ein Kurort in Hanglage – ist wie unser Hotel ruhig und très charmant.

Die wesentlichen Pässe en detail:
http://www.quaeldich.de/paesse/col-de-la-pierre-st-martin/
http://www.quaeldich.de/paesse/col-de-marie-blanque/
 


3. Etappe – 136 km mit 4.121 Hm* nach St.-Lary-Soulon (Frankreich)

Heute ist der Tag der vier Tour de France Klassiker. Der Himmel über Eaux-Bonnes ist bedeckt, und die Wolken hängen tief in dem (zu dieser Tageszeit?) einsamen Anstieg zum Col d' Aubisque. Zum Glück durchstoßen wir wenige Kilometer vor der Passhöhe die Wolkendecke. Here comes the sun ... 

In der Gastwirtschaft auf der Passhöhe warten bereits Hubert, eine Tarte aux myrtilles (nehm' ich) und alles, was an Souvenirs so denkbar ist (bleibt dort). Die Abfahrt mitsamt dem kleinen Gegenanstieg zum Col du Soulor ist in den Hang hinein gebaut und ein Höhepunkt.

Die Abfahrt vom Col du Soulor bis zu dem geschäftigen Ort Argelés-Gazost verläuft gegen Ende nur mäßig abfallend auf einer relativ stark befahrenen Straße. Auch die Anfahrt zum Col du Tourmalet auf der recht stark befahrenen, eher schmalen Straße ist bis zum Ort Luz-Saint-Saveur mehr Pflicht denn Kür. Danach lässt der Verkehr nach – die vielzitierte Einsamkeit der Pyrenäen findet man hier nicht, aber der (Touristen-) Verkehr hält sich in Grenzen. Im Gasthaus auf der sonnigen, aber zugigen Passhöhe lässt es sich aber angenehm warten. Unterhalb des Col, auf Höhe der architekturpreisunverdächtigen Bettenburgen des Skiortes "La Mongie", serviert uns Maître Bernd heute Maultaschensuppe.

Die weitere Abfahrt vom Tourmalet finde ich eher unspektakulär. In Sainte-Marie-de-Campan (wo Monsieur Christophe anno dazumal seine Gabel wieder hingebastelt haben soll) biegen wir rechts ab auf die schmale, wenig befahrene Straße Richtung Col d' Aspin. Die Auffahrt zur Passhöhe ist zwar nichts Besonderes, aber die Abfahrt über die schmale, sich am Hang entlang schlängelnde Straße ist Hors catégorie.

Die restlichen Kilometer verlaufen flach über eine recht befahrene, aber breite und damit stressfreie Straße bis nach St.-Lary-Soulan. Unser Hotel liegt ruhig und hat neben einer Gartenanlage auch genug Vorräte an dänischem Pils in eigentümlichen Aluminiumblechflaschen.

Die wesentlichen Pässe en detail:
http://www.quaeldich.de/paesse/col-d-aubisque/
http://www.quaeldich.de/paesse/col-du-tourmalet/
http://www.quaeldich.de/paesse/col-du-soulor/
http://www.quaeldich.de/paesse/col-d-aspin/



4. Etappe – 93 km mit 3.224 Hm* nach Baqueira (Spanien)

Erneut starten wir bei bedecktem Himmel. Hinter dem Hotel geht es in den Anstieg zum Col d' Azet. Die Straße ist schön einsam, über die landschaftliche Qualität des Anstiegs kann ich angesichts von Nebel und Nieselregen wenig sagen. Der Regen wird bald stärker, und so eiern wir im Gruppetto die Abfahrt nach Arreau hinunter. Zum Glück ist der Bus nicht weit, und so entscheiden sich bis auf zwei Unverdrossene alle, kurz vor dem Col de Peyresourde das Verkehrsmittel zu wechseln.

Die gute Nachricht ist, dass der Reisebus ab hier bis zum Etappenziel der Radroute folgt, so dass ich wenigstens einen Eindruck von der Abfahrt von Peyresourde und dem darauffolgenden Col du Portillon gewinnen kann. Die schlechte Nachricht ist, dass beide Pässe zwar auf dem Papier unspektakulär, aber in Natura anscheinend schön sind. Je suis desolée ...

Nach der Abfahrt vom Portillon treffen wir in Bossòst auf die Straße durch das Aran-Tal. Ab hier hätte es ruhig regnen können, denn das ganze Tal scheint vom Massenskitourismus zu leben. Als wäre der Regen noch nicht Strafe genug, müssen wir den unfreiwilligen freien Nachmittag auch noch in dem hässlichsten aller Eappenorte verbringen.

Aus Frust bastele ich mir abends am Buffet ein Frittenbaguette*** und stopfe fünf Windbeutel und drei Becher Industrie-Eiscreme in mich hinein.

Die wesentlichen Pässe en detail:
http://www.quaeldich.de/paesse/col-d-azet/
http://www.quaeldich.de/paesse/col-de-peyresourde/
http://www.quaeldich.de/paesse/col-du-portillon/

 

5. Etappe - 149 km mit 3.285 Hm* nach Soldeu (Andorra)

In Langarmtrikots fahren wir weiter talaufwärts Richtung Port de la Bonaigua. Die Straße ist recht breit, es ist wenig Verkehr. Nach der langweiligen Auffahrt mit nur wenigen Kehren ist wenigstens die Abfahrt im oberen Teil ganz nett herunterzukurven. Danach geht es auf teils überbreiter Fahrbahn recht geradlinig bergab und sodann wellig bis nach Sort. Dort biegen wir links ab Richtung Port del Cantó, den ich persönlich nur mäßig interessant finde: Breite Straße, lange Geraden bis zur nächsten Kehre, eher geringe, gleichmäßige Steigung. Immerhin ist auf dieser Nationalstraße nicht viel Verkehr und man hat Zeit, die Aussicht zu genießen – das diesige Wetter haben wir am Bonaigua zurückgelassen, die Langarmtrikots im Bus.

Die zweite Hälfte der Etappe verläuft endlos lang talaufwärts entlang der einzigen Durchgangsstraße durch das Fürstentum Andorra, dessen wirtschaftliche Grundlagen offensichtlcih Wintersporttourismus und Einkaufstourismus sind. Und so fließt ein stetiger Strom von Konsumenten durch das eigentlich ganz schöne, aber völlig verbaute Valls d' Andorra. Long story short: Ich klemme mich an Guide Christians Hinterrad, um möglichst schnell das Hotel zu erreichen. Vermutlich habe ich an diesem Tag mehr Dieselmotorabgase eingeatmet als an allen anderen Etappen zusammen – dabei berichtet Hubert, dass heute noch vergleichsweise wenig los war. Vielleicht, weil Sonntag ist ...

Die wesentlichen Pässe en detail:
http://www.quaeldich.de/paesse/port-de-la-bonaigua/
http://www.quaeldich.de/paesse/port-del-canto/

 

6. Etappe - 139 km mit 3.126 Hm* nach Prades (Frankreich)

Nachts hat es geregnet. Morgens ist es kühl, aber trocken. Im Langarmtrikot fahren wir die restlichen Höhenmeter zum Port d' Envalira hinauf. Ein Ensemble aus Tankstellen schmückt die Passhöhe, obwohl die Scheitelstrecke des Passes untertunnelt ist. Daher und wegen der frühen Stunde war wohl auch relativ wenig Verkehr. Die Abfahrt ist auf den ersten Kilometern noch ganz nett, bald aber nervt eine unangenehme Kombination aus schlechter Fahrbahnoberfläche (u.a. Längsrinnen durch Korrosion an Nahtstellen im Asphalt), großteils schmaler Straße und stetigem Verkehr von oben und insbesondere von unten – als hätte es im Tal einen Startschuss für die Schnäppchenjäger gegeben. Ich versuche, die lange, flach auslaufende Abfahrt hinunter bis nach Ax-les-Thermes so schnell wie möglich hinter mich zu bringen.

Ab dem Kreisverkehr an der Kirche im geschäftigen Ax-les-Thermes ist wieder Freude am Fahren angesagt: Der Col de Pailhères scheint nur für ein paar Tagesausflügler interessant. Seine Westrampe hochzufahren ist schon ganz nett, die Abfahrt ist allerdings Hors catégorie: Die schmale Straße windet sich oben noch in weiten Bögen, weiter unten sind die Kehren eng und folgen dicht aufeinander. Und das beste: Man kann fast immer weit vorausschauen – und viel Gegenverkehr kommt nicht.

Weiter geht es über kleine, einsame Straßen zum Mittagessen – diesmal Drei-Gänge-Menü in einer Ein-Frau-Auberge, deren Zufahrt eher was für Gravel Racer ist.

Der letzte erwähnenswerte Pass unserer Tour ist der Col de Jau – die Crèpes-Bude auf der Passhöhe scheint ihren Umsatz wohl mit gelegentlichen Radgruppen zu machen; sonst ist hier keiner. Die lange Abfahrt hinunter nach Prades hat mir sehr gut gefallen, auch wenn man in den Kehren im oberen Teil auf den Straßenbelag achten musste.

Das Hotel in Prades liegt zwar außerhalb des Ortes, punktet aber mit eigenem Schwimmbecken. Gerhard und ich freuen uns über guten Rotwein für vier Euro die Karaffe – bestimmt ein Eigenimport des Wirtes aus Andorra.

Die wesentlichen Pässe en detail:
http://www.quaeldich.de/paesse/port-d-envalira/
http://www.quaeldich.de/paesse/col-de-pailheres/
http://www.quaeldich.de/paesse/col-de-jau/

 

Epilog – 62 km mit ohne Hm* nach Canet Plage (Frankreich)

Florian fährt die letzte Etappe mit dem Bus. Nicht, weil er keine frische Radhose mehr hat. Nicht aus Erschöpfung. Nicht wegen Defektes am Fahrrad.

Vielmehr kennt er die Tour bereits und weiß, was jetzt kommt: 14 Kilometer stark befahrene Nationalstraße zu Beginn, Gewürge an der Mittelmeerküste am Ende der Etappe. Das Ganze mit Gruppenzwang nach der Devise "Der langsamste bestimmt das Tempo". Aus meiner Sicht eine überflüssige Etappe; ich persönlich hätte auch gerne auf die zwei Stunden Aufenthalt am Strand verzichten können. Wenn ich überteuertes Bier in Strandbars trinken wollte oder meine Quanten ins Salzwasser tunken müsste, könnt' ich für 'ne Woche nach Mallorca fliegen ...

Schade um die Zeit, ich hätte sie lieber zum Rad fahren genutzt, wenn ich schon mal in den Pyrenäen bin.

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Fazit:

Insgesamt habe ich die Reise trotz des im Vergleich zu den Alpen deutlich höheren zeitlichen und monetären Aufwandes nicht bereut. Die Pyrenäen sind zwar den Alpen recht ähnlich, aber sehr schön und teils auch schön einsam (selbst im August). Wer einfach nur in Ruhe Fahrrad fahren will, muss (jedenfalls während der Ferienhauptsaison der Franzosen und Spanier) aber die Strecke sorgfältig planen, denn auch in den Pyrenäen gibt es Hot Spots.

In diesem (einen) Punkt sehe ich bei dem Angebot von Launer-Reisen dann auch Verbesserungspotential: Von den sechseinhalb Etappen waren (jeweils in Summe) fünf sehr schön, aber etwa eineinhalb kein Vergnügen. Für die Routenführung durch Andorra gibt es sicherlich Gründe (preisgünstige Übernachtung in den Skigebieten, der Envalira als "höchster Pass der Pyrenäen") – diese können aber m.E. die Nachteile nicht aufwiegen. Ich habe keinen Teilnehmer gefunden, dem die Fahrt durch Andorra gefiel. Auf Grundlage von Kartenstudium gehe ich davon aus, dass zwischen Portillon und Pailhères eine attraktive Nordroute via St.-Béat durch das Nebenstraßengeflecht südlich von St. Girons und Foix möglich ist – als Zugpferd für die Ausschreibung könnte man sogar einen Abstecher auf das Plateau de Beille einbauen. Und ein paar Tour-de-France-Pässe der zweiten Kategorie finden sich in diesem Gebiet allemal.

Ansonsten präsentierte sich Launer-Reisen sehr professionell: Souveräne, bestens organisierte Guides, zufriendenstellende bis hervorragende Unterbringung und Verpflegung, komfortable An-/Abreise, schonender Fahrradtransport und last but not least mit Bernd ein sehr kundenorientierter Busfahrer.

Also, lieber Herr Launer, wenn Sie noch die Routenführung perfektionieren, haben Sie ein uneingeschränkt empfehlenswertes Angebot. Der Weg ist das Ziel – nicht der höchste Pass und auch nicht das Mittelmeer!

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Fußnoten:
*) Alle Höhenmeter Angaben errechnet auf Basis des selbst aufgezeichneten GPS-Track und Kartendaten.
**) Team Euskatel ist nicht tot - dank Franky (Chef der Launer "Grandes-Alpes" Tour) gibt es immer noch einen aktiven Fahrer.
***) Frittenbaguette ist doch nicht so lecker, wie sich das Rezept anhört.

Posted by Reverend on 13.08.2015 - 19:04
RR - Locker und flach

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