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Tool Time mit dem Reverend: Rausschlägertruppe & Reindrückerkolonne - eine Abhandlung über Werkzeug zur Tretlager Demontage und Montage

Abstract: Erörterung, wie im Falle eines Fahrradrahmens mit gewindelosem Tretlagergehäuse das Tretlager (d.h. die Lagerschalen bzw. Kugellager) montiert und demontiert werden können (BB30, Pressfit, PF30 etc.). Inklusive Übersicht und Kritik käuflicher Werkzeuge sowie Anregungen zum Eigenbau eines modularen Werkzeugsatzes.

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Bilder: 
( 1 ) Precision Components: Maßgefertigter Anker mit Chris King "PressFit30" cup (Spezifikation: OD 39,8 mm | ID 34,9 mm)
( 2 ) Wackelkandidat, festzuhalten mit der dritten Hand: FSA EE0019 Pilz (links) | Da wächst kein Gras mehr: rustikaler Austreiber (rechts)
( 3 ) Pro Version der Rausschläge®truppe, hier mit Shimano Lagerschale und Aluminiumbuchse GUIDE41 aus der Reindrücke®kolonne
( 4 ) Basic Version der Rausschläge®truppe, hier mit Campagnolo UltraTorque OS Lagerschale für BB86 Tretlagergehäuse
( 5 ) Maßgefertigter Anker für BB30 Kugellager, Sram PF30 cups (V1 & V2), Campa UltraTorque OS cups (Spezifikation: OD 36,2 mm | ID 30,0 mm)
( 6 ) So verrutscht nichts: Nylonscheibe und Flügelmutter von Eisen Karl für 50 Cent
( 7 ) Seitliche Führung für Sparfüxe: zentrisch (!) verklebte Nylonscheiben (hier 10,5/30 mm und 12,5/37 mm)
( 8 ) Sram PF30 cups – Kugellager als game changer: V1 mit 30/42 x 7 mm Kugellagern (à la BB30) und lediglich frontaler Lagerabdeckung (links) | V2 mit 31/43,5 x 7 mm Kugellagern und "spindle sleeves" (rechts)
( 8a ) Bei der Demontage zu beachten: Campagnolo UltraTorque OS cups – flache Rückseite bei (noch) nicht EPS-kompatiblen (rechts) | Aufnahme für die "EPS-001" Hülse bei EPS-kompatiblen, aktuellen Modellen (links)
( 9 ) Pressbuchsen CUP30 mit Chris King PressFit30 Lagerschalen
(10) Reindrücke®kolonne, bestückt mit beiden CUP30 Pressbuchsen und PF30 Tretlagerschalen
(11) Reindrücke®kolonne, bestückt mit der BEARING30 Pressbuchse, einem 6806 Kugellager ("BB30" Tretlager) sowie der GUIDE41 Führungsbuchse
(12) Presskopf HEAD komplett mit Axialkugellager (Abmessung: 25/42 x 11 mm) 
(13) Presskopf HEAD in Einzelteilen
(14) Aufbewahrung von Rausschläge®truppe und Reindrücke®kolonne
(15) Layout Rasterschaumeinlage (Sortimentskasten No 1)
(16) Layout Rasterschaumeinlage (Sortimentakasten No 2)
(17) Webmaster's special: Kann auch Exoten in Giant CX-Rahmen – Rotor 4130 rein ...
(18) ... und raus.

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Liebe Hobbyfahradmechaniker mit semiprofessionellem Anspruch, 

nachdem mir nach ausgiebiger Grundlagenforschung* nun theoretisch glasklar war, welche Kurbeln wie in welchen Rahmen passen, wollte ich praktisch ans Werk. Doch auf der Suche nach einem universellen Kann-Alles-Werkzeug wurde ich bitter enttäuscht. Inkompatibilität scheint eine höchst ansteckende Seuche zu sein, und so werden viele käufliche Werkzeuge genauso konstruiert wie Tretlager: Mit Tunnelblick und Scheuklappen.

Erneut geriet ich in einen Strudel aus "Kann das denn so schwer sein?" und "Dann mache ich es eben selber!". Und so entstanden die Rausschläger®truppe und die Reindrücke®kolonne – ein modulares Werkzeugsystem, das deutlich sensibler mit Carbonrahmen und eloxierten Aluminium-Lagerschalen umgeht, als die reißerischen Namen vermuten lassen.


Thematisch außen vor bleiben geschraubte Lagerschalen – und zwar sowohl solche, die in Tretlagergehäuse mit Gewinde geschraubt werden (BSA, ITA) als auch solche, die in gewindelose Tretlagergehäuse eingeschoben und miteinander verschraubt werden. (Es sei denn, eine Seite wird eingepresst ...) Unbeachtlich ist zumindest der Absatz (2) auch bei Wurfpassungen in Carbonrahmen von Marken, deren Werbung und PR-Aktivitäten so teuer sind, dass für QC kein Geld mehr übrig ist.

*) Hintergrundwissen zum Thema Fahrradtretlager: 

http://www.laktatexpress.de/posts/tech-talk-mit-dem-reverend-ein-essay-u...
 

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(1) Demontage eingepresster Tretlager

(1.1) Grundlagen


Condicio sine qua non ist weitestgehende Schonung des Rahmens. Insbesondere muss eine Aufweitung der Lager(schalen)sitze durch Verkanten der Kugellager bzw. Tretlagerschalen vermieden werden. Überdies darf das Werkzeug während der Prozedur nicht die Innenseite des Tretlagergehäuses touchieren, um Kratzer zu vermeiden.

Wünschenswert ist auch eine schonende Behandlung des Tretlagers, denn ein Ausbau erfolgt ja nicht zwangsläufig nur dann, wenn das Tretlager verschlissen ist. Kritisch zu sehen sind hier insbesondere Werkzeuge, bei denen die Kraft über den Innenring des Kugellagers eingeleitet wird, denn Rillenkugellager mögen axiale Kräfte bekanntlich nicht. Bei einem Paar BB30 Kugellager für zehn Euro mag das nicht entscheidend sein, bei einem Chris King Tretlager jedoch schon.

Die Kraft kann theoretisch kontinuierlich über eine Spindel auf das Werkzeug übertragen werden oder ruckartig mittels (Schon-)Hammer. Kontinuierliches Auspressen oder Ausziehen ist sicher schonender, aber mangels Widerlager bei der Demontage schwierig zu realisieren.
 

(1.2) Käufliche Demontage-Werkzeuge – Übersicht und Kritik

(a) Werkzeuge, die wie Steuersatzaustreiber funktionieren (längs geschlitzte, federnd aufgespreizte Rohre). Vgl. z.B. Park Tool BBT-90.3 | VAR PE-12900 & DR-37400.


Diese Werkzeuge überzeugen mich nicht:

  • weil sie groß und schwer sind,
  • weil keine präzise seitliche Führung bieten,
  • weil sie Macken an den Tretlagerschalen hinterlassen,
  • weil bei manchen Lagerschalen der Rahmen beschädigt werden kann (nämlich bei Abstützung auf der Stirnfläche der Lagerschale, insbesondere, wenn keine Mittelhülse eingebaut ist oder die Lagerschale aus der Mittelhülse heraus rutscht).



(b) Werkzeuge, die mittels eines geschlitzten Ringes im Innenring des Kugellagers verkeilt werden, um sodann das Kugellager auszuschlagen. Vgl. z.B. Shimano TL-BB13 | Contec BB-RT-30-86-90 | SuperB  TB-1927A & TB-1928A.

Diese Werkzeuge sind bei mir ebenso durchgefallen:

  • weil sie groß und schwer sind,
  • weil sie keine präzise seitliche Führung bieten (spätestens bei der zweiten Lagerschale),
  • weil in jedem Falle Beschädigung des Kugellagers zu erwarten ist (selbst bei PressFit Lösungen, wo dies unnötig ist),
  • weil bei fest sitzenden PressFit Lagerschalen möglicherweise nur das Kugellager selbst ausgetrieben wird (während die Lagerschale im Rahmen verbleibt).



(c) Werkzeuge, die wie Abzieher funktionieren (z.B. Cyclus SN.91-P | FSA EE038 | Unior URT751).

Meines Erachtens untauglich, (unter anderem) weil:

  • der Einsatzbereich beschränkt ist – in vielen Fällen wird eine Abstützung an der Stirnfläche des Tretlagergehäuses nicht funktionieren (insbesondere bei Carbonrahmen und/oder bei einer durch die Lagerschale großteils verdeckten Stirnfläche).



(d) Werkzeuge, die mittels eines passgenauen Ankers am Kugellager oder an der Lagerschale angreifen. Hier gibt es im Detail konzeptionelle Unterschiede. Vgl. z.B. Park Tool BBT-30.3 | FSA EE0019 | RESET Racing Extractor.

Meiner Meinung nach ein guter Ansatz, da eine schonende Krafteinleitung erfolgt, wenn der Anker genau passt und gegen Verrutschen gesichert wird.

Leider genügen auch hier alle genannten käuflichen Werkzeuge nicht meinen Anforderungen:

  • Bei Park Tool und FSA kann der Anker nicht fixiert werden.
  • Bei RESET Racing und FSA ist die Seitenführung nicht gewährleistet.
  • Bei Park Tool ist der Anker allein für Kugellager mit 30 mm Innenring geeignet; die Buchse zur Seitenführung funktioniert anscheinend nicht für leere 41-mm-Tretlagergehäuse.

 

(1.3) Die Rausschläger®truppe – das Eigenbauwerkzeug designed by Reverend


Folgerichtig ist die Rausschläger®truppe eine Mutation aus Park Tool BBT-30.3 und RESET Racing Extractor. Die Rausschläger®truppe besteht aus folgenden Komponenten:

Durch einen passgenauen RESET Racing Anker erfolgt die Krafteinleitung auf die Lagerschale (oder wenn unumgänglich: auf den Innenring des Kugellagers). Die Anker sind in diversen Standardabmessungen erhältlich, auf Anfrage beim Hersteller auch als Einzelanfertigung auf Maß.**

Durch passgenaue Führungsbuchsen wird in der "Pro"-Variante eine präzise seitliche Führung erzielt. Hierzu werden die Buchsen der Reindrücke®kolonne (siehe unten) verwendet – ob leeres Tretlagergehäuse oder Kugellager/Lagerschale noch montiert: Für jeden Fall gibt es hier eine passende Führungsbuchse. (In der "Basic" Version wird soweit möglich auf Unterlegscheiben aus Nylon ausgewichen, von denen zwei passende Größen mit Sekundenkleber zu einer Buchse verbunden werden.)

Die Kraftübertragung vom Schonhammer auf den Anker erfolgt über eine M10 Standardschraube bzw. Gewindestange (entsprechend dem Innengewinde der Anker). Gesichert wird der Anker mittels Unterlegscheibe und handfest angezogener Mutter.

Prozedere: Der passende RESET Racing Anker wird durch das Kugellager eingeführt und in Position gefummelt. Auf der anderen Tretlagerseite wird eine Einpressbuchse bzw. eine Führungsbuchse zwecks Führung eingesteckt und die M10 Schraube eingeführt.  Die Schraube wird in den Anker eingedreht und auf der Außenseite mittels Mutter und passender U-Scheibe (oder einem weiteren Anker) gesichert. Zur Schonung des Ankergewindes kann eine Stopmutter zur Abstützung des Ankers in Schlagrichtung verwendet werden. Durch dosierte Schläge auf den Schraubenkopf mit einem Schonhammer wird das Kugellager bzw. die Lagerschale ausgetrieben.

**) Spezifikation für konkrete Tretlagermodelle siehe ganz unten.

Tipp: Wenn man irgendein exotisches Tretlager einpresst, sollte man Maß nehmen und dokumentieren/testen, welches Werkzeug für die Demontage passt – bevor die Details im Rahmen verschwinden.

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(2) Montage einzupressender Tretlager

(2.1) Grundlagen

Zwingende Anforderung ist auch hier eine weitestgehende Schonung des Rahmens. Insbesondere muss eine Aufweitung der Lagersitze durch Verkanten der Kugellager bzw. Tretlagerschalen vermieden werden. Die gängige Lösung sind Führungsbuchsen zu beiden Seiten des Tretlagergehäuses.

Außerdem dürfen die (Rillen-)Kugellager nicht vorgeschädigt werden – das heißt kein Druck auf den Innenring (und auch nicht auf eventuelle "spindle sleeves", i.e. Kunststoffmanschetten, die in den Innenring gesteckt sind). Der Einpressdruck muss daher entweder auf den Außenring des Kugellagers wirken oder ggf. auf die Stirnfläche der Lagerschale. Zur Vermeidung von Oberflächenabrieb sollten die Pressbuchsen nicht rotieren.

Die Kraft kann theoretisch kontinuierlich über eine Spindel auf die Buchsen übertragen werden oder ruckartig durch Schläge. Kontinuierliches Einpressen ist schonender und beim Montagevorgang problemlos zu realisieren, da die gegenüberliegende Stirnseite vom Tretlager(gehäuse) als Widerlager genutzt werden kann.

Fraglich ist, ob man die beiden Kugellager bzw. Lagerschalen gleichzeitig oder nacheinander einpresst. Vorteil der sukzessiven Montage ist eine einfachere Überwachung, da man sich auf eine Seite konzentrieren kann und sofort merkt, wenn und wo es hakt. Nachteil der sukzessiven Montage ist, dass man neben den beiden Einpressbuchsen, welche auf die Kugellager bzw. Lagerschalen abgestimmt sind, zusätzlich eine Führungsbuchse benötigt, die in das leere Tretlagergehäuse passt.
 

(2.2) Käufliche Montage-Werkzeuge – Übersicht und Kritik

Sämtliche käuflichen Werkzeuge basieren auf dem Prinzip einer Spindel in Verbindung mit passgenauen Buchsen. Als Spindeln kommen Gewindestangen oder Schrauben aus Stahl von M10 bis M16 zum Einsatz. US-amerikanische Anbieter verwenden in der Regel Spindeln mit Trapezgewinde (sog. ACME in 3/8“, 1/2“ oder 5/8“ Durchmesser). Angesichts des Umstandes, dass die Tretlagerpassungen in praxi häufig eher zu lose als zu stramm sind, scheinen mir selbst die dünnen Spindeln ausreichend dimensioniert.

Der Vortrieb wird per Hand erzeugt, die Bandbreite reicht von der ordinären Sechskantmutter bis zum aufwendigen Presskopf. Hochwertige Pressen sind häufig mit einem Axiallager ausgestattet (auch bezeichnet als "Drucklager"), welches die Reibung zwischen Antrieb und Pressbuchse vermindert und eine unerwünschte Rotation der Pressbuchse unterbindet. Durch einen ausreichend groß dimensionierten Presskopf wird eine Kippbewegung der Pressbuchse (Verkanten) vermieden, da der relevante Hebelarm*** hinreichend klein ist.

***) Differenz zwischen Innenradius des Tretlagergehäuses und Außenradius der Kontaktfläche zwischen stationärer Pressbuchse und rotierendem Antrieb.

Die Buchsen sind aus Kunststoff, Aluminium oder Stahl gefertigt – die Kunst besteht hier darin, soviel Passform wie nötig zu erzielen im Hinblick auf Krafteinleitung und Seitenführung, aber angesichts der Vielfalt der Tretlagermodelle die Buchsen so universell wie möglich zu gestalten.

Die käuflichen Lösungen sind zu vielfältig, um sie einzeln abzuhandeln. Im ersten Schritt lassen sich unterscheiden:

  • Spezialisierte Werkzeuge, die meist von Tretlagerherstellern für die eigenen Produkte entwickelt wurden. Vgl. z.B. Shimano TL-BB13 | Campagnolo UT-BB140 (schönes Teil – leider ist die Spindellänge unnötig knapp bemessen ...). Im Hinblick auf meine Zielsetzung sind spezialisierte Werkzeuge untauglich, daher nicht weiter berücksichtigt.
  • Mehr oder weniger universelle Produkte, die häufig modular aufgebaut sind (bestehend aus einer Pressvorrichtung und einem Satz Buchsen).


In puncto Pressvorrichtung kann man drei Kategorien unterscheiden:

  • Steuersatzpressen, vgl. z.B. Park Tool HHP-2. Nicht meine Wahl, da sie in der Regel sehr schwer, unhandlich und teuer sind. Verkanten dürfte allerdings kein Problem sein.
  • Pressen, die für Tretlager oder ähnliche Anwendungen konstruiert wurden. Vgl. z.B. Abbey Bike Tools Modular Bearing Press (mit 1/2“ Spindel) | Wheels Mfg PRESS-1 oder PRESS-4 (mit 3/8“ Spindel) | Park Tool BBP-1. Hier gibt es interessante Produkte (von einfach und preisgünstig bis edel und teuer), leider alle von US-amerikanischen Anbietern (d.h. mit ACME Spindeln).
  • Einfache Vorrichtungen aus preisgünstigen Standardprodukten (Schrauben, Muttern). Vgl. z.B. Contec IT-BB-30-86-90. Dieser Weg erscheint mir in puncto Spindel clever, allerdings begünstigt nach meiner Einschätzung der geringe Auflagedurchmesser von Standardmuttern ein Kippen der Pressbuchse (Verkanten).


In puncto Buchsen sind die folgenden Aspekte zu berücksichtigen:

  • Kompatibilität I, d.h. für welche Tretlager eignen sich die Buchsen? Angesichts der Vielfältigkeit der Tretlager ein schwieriges Thema, zumal die Angaben der Hersteller/Händler über die Produkte nicht selten unklar oder sogar falsch sind. Beispielsweise wird gerne behauptet, dass auf BB30 Kugellager abgestimmte Buchsen auch für PF30 Tretlagerschalen geeignet seien – tatsächlich stimmt dies jedoch nur, wenn sich in den PF30 Lagerschalen Kugellager mit gleichen Durchmessern (nämlich 42/30) befinden. Und wer passende Buchsen für unübliche Fälle wie 30-mm-Kurbelwelle in BB86 Tretlagergehäuse oder 24-mm-Kurbelwelle in BB386evo Tretlagergehäuse sucht, wird wohl nicht so schnell fündig. Nahaufnahmen der Pressbuchsen oder gar Angabe der relevanten Maße sind oft nicht verfügbar.
  • Kompatibilität II, d.h. mit welcher Pressvorrichtung sind die Buchsen kompatibel? Insbesondere muss der Bohrungsdurchmesser möglichst genau zur Spindel passen. Wer einen kompletten Buchsensatz für eine einzige Pressvorrichtung sucht, hat wenig Auswahl (und immer noch mit Kompatibilität I zu kämpfen). Vgl. z.B. Kogel Bearings (anscheinend nur für Park Tool HHP-2) | mtnbiker4life bei eBay.com (anscheinend für 5/8“ Spindel inkl. Park Tool HHP-2) | Abbey Bike Tools (für 1/2“ Spindel) | Wheels Mfg (für 3/8“ Spindel).



Die Kogel Buchsen sind recht gut beschrieben und erscheinen tauglich, sind aber m.E. nur sinnvoll, wenn man bereits eine Park Tool HHP-2 Steuersatzpresse besitzt und diese auch für Tretlager nutzen möchte.

Ansonsten bieten m.E. Abbey Bike Tools und Wheels Mfg noch am ehesten universelle Komplettlösungen (wenn man das Thema Einpressen für sich betrachtet).

  • Interessant bei der aufwendig gefertigten, sehr teuren 'Modular Bearing Press' von Abbey Bike Tools ist die kegelförmige Alu-Führungsbuchse für leere Tretlagergehäuse – einerseits clever, weil universell, andererseits wird die Auflagefläche so minimiert. Die Informationen zu den Pressbuchsen sind leider nicht ausreichend, um den Einsatzbereich des Paketes zu beurteilen – Buchsen für BB30 Kugellager sind aber wohl nicht enthalten.
  • Wheels Mfg bietet ein flexibles Baukastenkonzept zu relativ moderaten Preisen. Dementsprechend ist die Pressvorrichtungen recht einfach aufgebaut (keine Wälzlagerung und schmale Auflagefläche). Die diversen Einpress- und Führungsbuchsen scheinen aber einen weiten Anwendungsbereich abzudecken. Laut Auskunft des Herstellers sind die Buchsen nicht für eine M10 Spindel geeignet – im Internet kursieren dazu widersprüchliche Angaben. Für die Wheels Mfg Werkzeuge gibt es einen in Deutschland ansässigen Vertrieb. P.S.: Die seit Juni 2016 angebotenen sog. "Universal Bottom Bracket Drifts" sind allerdings Etikettenschwindel, da in puncto Kompatibilität I sehr beschränkt.


Mich störten bei all diesen Werkzeugen jedoch die ACME-Spindeln, weil diese einer Integration des Demontagewerkzeugs entgegen standen. Also musste auch für die Montageprozedur ein Eigenbau her.
 

(2.3) Der Reindrücke®kolonne – das Eigenbauwerkzeug designed by Reverend

Technisch simpel ist das Einpressen eines 'nackten' Radialkugellagers mit einer genau zum Außen- und Innendurchmesser passenden Buchse mit Führungsdorn. Problematisch bei Fahrradtretlagern ist allerdings, dass eine Vielzahl von Kugellagerabmessungen zum Einsatz kommt (deutlich mehr, als mancher denkt) und die Kugellager teils schwer zugänglich sind. Da zudem die Fertigung der Einpressbuchsen recht aufwendig ist und die Maße der Kugellager nicht sämtlich bekannt, sind auf die Kugellager abgestimmte Buchsen grundsätzlich nicht sinnvoll. Daher habe ich die Einpressbuchsen so gestaltet, dass ggf. der Druck auf die Stirnseite der Lagerschale ausgeübt wird und ggf. eine Kunststoffmanschette zwischen Innenring und Kurbelwelle möglichst nicht entfernt werden muss. Dann kommt man mit drei Abmessungen bei den Führungsdornen aus (22 mm, 24 mm, 30 mm). Die Teller der Einpressbuchsen sind überdimensioniert, um unnötige Einschränkungen zu vermeiden. Lediglich für direkt in den Rahmen einzupressende Kugellager (d.h. "BB30" und Trek's "BB90"/"BB95") sind auf den Außenring des Kugellagers abgestimmte Einpressbuchsen notwendig (da nicht auszuschließen ist, dass die Kugellager etwas im Tretlagergehäuse versenkt sind).

An seine Grenzen kommt dieser Ansatz (erst) dann, wenn in einem Tretlager Kugellager in untypischen Dimensionen verbaut sind und auch nicht auf die Lagerschale gedrückt werden kann (etwa, weil deren Stirnfläche zu klein ist oder eine nicht demontierbare Kunststoffmanschette derart hervorsteht, dass wesentlicher Druck auf den Innenring des Kugellagers entstünde). Bislang ist mir ein solches Tretlager aber nicht bekannt.

Alternativ zum simultanen Einpressen beider Lagerschalen sollte auch ein sukzessives Einpressen möglich sein. Hierfür sind Führungsbuchsen für das leere Tretlagergehäuse notwendig. Realisiert wurde dies dadurch, dass Einpressbuchsen teils rückseitig auf die gängigen Tretlagergehäuseinnendurchmesser abgedreht wurden (37 mm, 41 mm, 42 mm, 46 mm).

Ich habe die Buchsen bei einem örtlichen Gewerbebetrieb aus Aluminium anfertigen lassen. Im Hinblick auf die Fertigungskosten habe ich die Buchsen teils mit Doppelfunktionen gestaltet (natürlich so, dass niemals Vor- und Rückseite einer Buchse gleichzeitig benötigt werden). So komme ich auf sieben Aluminiumbuchsen. Eine weitere Reduzierung dieser Anzahl kann erzielt werden, wenn man auf bestimmte Funktionen verzichtet oder bei den Führungsdornen mit Adapterringen arbeitet.

Als Spindel wählte ich eine qualitativ hochwertige (insbesondere: nicht verzogene) M10 x 180 mm Edelstahlschraube mit Zylinderkopf****, weil diese zu den RESET Racing Demontagewerkzeugen passt (siehe oben) und ausreichend dimensioniert erscheint. Die Schraube wird während des Einpressens mittels eines 8-mm-Winkelschlüssels stationär gehalten. (Danke an SCHOTTE Schrauben für die immer freundliche Bedienung auch bei Kleinstmengen.)

Auf das Gewinde der Schraube wird ein maßgefertigter Presskopf aus Edelstahl aufgeschraubt, der mit der bloßen Hand betätigt wird. (Herzlichen Dank noch mal an Schmidtle aus dem IBC-Forum!) Falls wider Erwarten ein höheres Drehmoment benötigt wird, kann Standardwerkzeug (Schraubendreher PH2 bzw. Winkelschlüssel 5er Inbus oder Torx30) als Hebel in eine der 6-mm-Querbohrungen eingesteckt werden. Für geringe Reibung wird ein passendes Axiallager auf den Presskopf gesteckt (konkret: Kugellager Typ 51105, besser noch wäre ein Zylinderrollenlager Typ 81105.)

****) Leider nur mit etwa 35 mm langem Gewinde erhältlich. Das hat den Vorteil, dass die Buchsen auf dem gewindelosen Schaft gleiten, erfordert aber bei schmalen Tretlagergehäusen entweder eine kürzere Schraube oder Einfügen einer weiteren Buchse. P.S.: Eine M10 x 150 mm ist ideal für 68/73 mm breite Trtelagergehäuse.

Für die ordentliche Aufbewahrung verwendete ich zwei Raaco Assorter Typ PSC 4x4 (ohne bzw. mit herausnehmbarer Inneneinteilung) sowie Schaumstoffeinlagen von Feldherr (je eine selbstklebende 12,5-mm-Rastermatte in 15 und 20 mm Höhe sowie eine 10-mm-Bodenplatte).


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Anlagen (Dokumente ausgelagert, weil hier keine PDF-Anhänge zugelassen sind):

  • Fertigungszeichnung Einpressbuchsen und Führungsbuchsen (PDF)
  • Tabelle mit Spezifikationen der Demontage-Anker, welche von Koehn GmbH ("RESET Racing") gefertigt wurden (PDF)
  • Tabelle mit Einzelheiten zur Anwendung des Werkzeuges in verschiedenen Einbausituationen (teils spezifisch für Tretlagermodelle) (PDF)

>>> Link to spec documents:

http://forum.tour-magazin.de/showthread.php?351410-Universelles-Eigenbau-Werkzeug-f%FCr-eingepresste-Tretlager-(Montage-amp-Demontage)


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Posted by Reverend on 30.03.2016 - 18:19
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